
Schopenhauer und der Anti-Natalismus
24. August 2026
Schopenhauers Pessimismus lässt sich u.a. durch die These charakterisieren, dass es für jedes Individuum besser gewesen wäre, nicht geboren zu werden. Der neuere „Anti-Natalismus“, als dessen wichtigster Vertreter David Benatar gilt, nimmt diesen Gedanken auf. In Better Never to Have Been. The Harm of Coming into Existence (2006) verteidigt Benatar, in der Tradition Schopenhauers stehend, mit den Mitteln der analytischen Philosophie die These, dass Fortpflanzung moralisch falsch ist und es aus mitleidsethischen Gründen besser ist, Individuen die Existenz zu ersparen.
Im vorliegenden Buch fragt Oliver Hallich nach Reichweite und Grenzen anti-natalistischer Argumente und verteidigt im Resultat eine Position, die derjenigen Schopenhauers nahekommt: Zwar lässt sich keine Pflicht, sich nicht fortzupflanzen, begründen; der Gedanke, dass es besser wäre, nicht geboren worden zu sein, erweist sich aber als kritikresistent und mit guten Argumenten begründbar.
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Oliver Hallich: Besser, nicht geboren zu sein? Eine Verteidigung des Anti-Natalismus. Berlin: Metzler 2022 | mehr erfahren (externe Verlagsseite)





