
Schopenhauer und die moderne Physik
8. Februar 2026 | Gastbeitrag
Von Ronald Starke
"Der Behauptung, daß das Erkennen Modifikation der Materie ist, stellt sich also immer mit gleichem Recht die umgekehrte entgegen, daß alle Materie nur Modifikation des Erkennens des Subjekts, als Vorstellung desselben, ist." (Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung I, § 7)
Was ist von Schopenhauers sensationeller Behauptung, dass alle Objekte oder Körper nur Vorstellungen seien, vom Standpunkt der modernen Physik zu halten? Hat diese ergeben, dass sich sämtliche Phänomene in letzter Konsequenz als Manifestationen an sich seiender, d.h. objektiv existierender Elementarteilchen im Sinne winziger Körperchen oder Korpuskel erklären lassen? Oder ist vielmehr die Vorstellung, dass unsere fundamentalen Theorien modellhafte Beschreibungen des Verhaltens von Teilchen seien, genau das: nur eine Vorstellung?
Der folgende Link führt zu einem Videomitschnitt einer Vorlesung über Quantenfeldtheorie vom 4. Juni 2025 im Rahmen der Ringvorlesung "Alles anders. 100 Jahre Quantenmechanik" des Studium Generale an der HTWK Leipzig. Im zweiten Teil des Vortrages gehe ich auch ausführlich auf die weltanschaulich-philosophischen Konsequenzen der Quantenfeldtheorie ein und spreche mich diesbezüglich klar zugunsten des transzendentalen Idealismus im Sinne Schopenhauers aus. Im Anschluss an die Vorlesung kommt es darüber auch zu einer interessanten Diskussion mit dem Publikum.





